Deutsche Rhododendron-Gesellschaft e.V.

Deutsche
Rhododendron-Gesellschaft e.V. (DRG)

Gemeinnützige Gesellschaft für immergrüne Laub- und Nadelgehölze

Rhododendron Jewess, eine der ätesten deutschen Züchtungen
Rhododendron Agger, eine Arendsii-Hybride von Georg Arends
Rhododendron Baden-Baden, eine Repens-Hybride von D.G. Hobbie

Weit über 100 Einzelpersonen und Betriebe haben sich in Deutschland während der letzten 200 Jahre mit der Züchtung von Rhododendron-Hybriden befasst, dabei sind unzählige Sorten entstanden - über 2.000 haben es zur Marktreife geschafft. Alle Hybridgruppen sind in Deutschland züchterisch bearbeitet worden, mit über 1.000 Ergebnissen ist die Gruppe der Großblumigen Hybriden allerdings am häufigsten vertreten. Als erster in Deutschland hat sich vermutlich James Booth mit der Züchtung von Rhododendron befasst; ein Schotte, der in Hamburg eine Baumschule nach heimatlichem Vorbild gründete. Schon 1838 beschrieb er in einem Bericht für den Hamburger Garten- und Blumenbauverein Sorten seiner Züchtungsarbeit, unter anderem die Großblumige Hybride R. hybr. amoenum, nach heute richtiger Schreibweise Rh. 'Amoenum'.

Mitte des 19. Jahrhunderts vollführten zunächst die Topf-Azaleen ihren Siegeszug durch Europa. Insbesondere in Deutschland fanden sich Liebhaber, die sich mit Rh. simsii und ihren Hybriden auseinandersetzten und viele neue Hybriden schufen. 1843 entstand bei L.L.Liebig die erste deutsche Azaleensorte Rh. 'Aurora'. Auch die bis dahin als 'Kamelien-Seidel' bekannte Familie hat Topf-Azaleen in großem Umfang produziert und ab 1867 eigene Sorten auf den Markt gebracht.

Noch bedeutender wurde die Baumschule Seidel jedoch durch T.J. Rudolf Seidel, der zum Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts eine schier unglaubliche Menge von 600 Großblumigen Hybriden schuf. Etwa 100 dieser Sorten gibt es heute noch.

Mit den Sorten von Georg Arends bekamen Anfang des 20. Jahrhunderts die Japanischen Azaleen aufgrund der verbesserten Winterhärte in Deutschland Auftrieb. Dietrich G. Hobbie schuf eine nicht überschaubare Menge neuer Züchtungen: Neben den Repens- und den Williamsianum-Hybriden entstanden eine ganze Reihe weiterer Kreuzungen in Linswege.

Hans Hachmann schließlich begann in der 1950er Jahren mit der Züchtung neuer Rhododendron-Hybriden. Anfangs verhalfen ihm besonders die Yakushimanum-Hybriden zu Ruhm und Anerkennung, doch dabei sollte es nicht bleiben: Über 450 Sorten aus allen Hybridgruppen brachte er auf den Markt. Sein Sohn Holger Hachmann führt seit dem Tode des unvergessenen Züchters den Betrieb und die Züchtungsarbeit erfolgreich fort.

Auch viele Privat-Leute befassen sich mit der Züchtung von Rhododendron und bereichern das Sortiment. Einige der auch in den Baumschulen erhältlichen Ergebnisse werden im Garten der züchterischen Neuheiten im Rhododendron-Park Bremen gezeigt.