Deutsche Rhododendron-Gesellschaft e.V.

Deutsche
Rhododendron-Gesellschaft e.V. (DRG)

Gemeinnützige Gesellschaft für immergrüne Laub- und Nadelgehölze

Pruning Rhododendrons

Radikalschnitt von Rhododendron
Aufputzen von Rhododendron
verbluehte Rhododendron

In der Regel brauchen Rhododendron keinen Rück- oder Formschnitt, da sie sich selbst zu gut geformten Pflanzen aufbauen. Sollte ein Eingriff dennoch notwenig werden, können bei Rhododendron und Azaleen verschiedene Wege gegangen werden:

  • bei einem leichten Korrektur- oder einem starken Radikalrückschnitt wird der Pflanze oben etwas entfernt,
  • bei einfachem Aufputzen werden tote oder nur wenig belaubte Zweige aus der Pflanzenbasis entfernt.

    Bevor ein hochgewachsener Rhododendron radikal zurückgeschnitten wird, ist zu überlegen, ob nicht auch einfaches Aufputzen reicht. Dabei werden alle toten und eventuell auch einige wenig belaubte Zweige aus der Strauchbasis entfernt. Übrig bleibt eine Pflanze mit einer ansehnlichen Krone und häufig sehr interessant aussehenden Stämmen. Diese können für sich wirken oder mit kleineren Pflanzen, z.B. wiederum Rhododendron oder anderer Begleitpflanzen "versteckt" werden.

    Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist bis Mitte März, jedoch nie später als Anfang/ Mitte Juni. Für den leichten Korrekturschnitt ist der Zeitpunkt direkt nach der Blüte zu empfehlen. Den Radikalrückschnitt besorgt man am Besten schon im März (vor der Blüte). Durch Schnittmaßnahmen wird die Pflanze zum Neuaustrieb angeregt. Wenn Licht an die Basis kommt, treibt die Pflanze auch von hier wieder neu aus und wird in wenigen Jahren kompakt und buschig.

    Bei einem radikalen Verjüngungsschnitt sollten wenigstens 50 bis 60 cm stehen bleiben. In diesem Fall muss damit gerechnet werden, dass die Pflanze im nächsten Jahr wenig oder gar nicht blüht. Allgemein regen behutsame Schnittmaßnahmen zum richtigen Zeitpunkt die Blütenbildung jedoch an.

    Die meisten Sorten (Hybriden) vertragen den Rückschnitt gut, insbesondere solche mit lila, rosa, oder weißer Blütenfarbe. Bei rotblühenden Sorten sollte etwas behutsamer vorgegangen werden. Einige Arten (Spezies) treiben nach einem Rückschnitt nicht wieder aus. Deshalb sollte im Zweifel zunächst an einer Stelle behutsam ausprobiert werden, ob es nach einem Rückschnitt wieder zu einem Austrieb kommt.

    Rückschnittmaßnahmen sollten möglichst durch gute Bewässerung und Düngung begleitet werden.

    Das Ausbrechen verwelkter Blütenstände ist bei jüngeren Pflanzen empfehlenswert. Damit wird die kraftraubende Bildung von Samenkapseln verhindert. Stattdessen wird ein mehrfacher Neuaustrieb gefördert und ein kompakterer Pflanzenaufbau erreicht. Bei älteren, bereits gut eingewachsenen Pflanzen ist diese Arbeit nicht mehr notwendig. Allein aus kosmetischen Gründen, um die manchmal unschönen Blütenrückstande zu entsorgen, kann diese Arbeit dennoch sinnvoll sein.

    Vorsicht! Beim Ausbrechen auf den Neuaustrieb achten.

    Gelegentlich entwickeln sich aus der Unterlage veredelter Pflanzen Wildtriebe. Diese kann man sicher an den weißen, sich deutlich von der veredelten Sorte unterscheidenden Blüten erkennen. Die Wildtriebe wachsen meist stärker als die Sorte und müssen komplett entfernt werden.

    Weitergehende Informationen finden sie in unserem Jahrbuch 1991 der Deutschen Rhododendron - Gesellschaft.